~ ~ ~ I. SACHBUCH und WISSENSCHAFT ~ ~ ~
I.1. Themenbereich Islam
~ Gerhard Endreß: Der Islam. Eine Einführung, C.H.Beck 1997.

Der Bochumer Islamwissenschaftler Gerhard Endreß (geb. 1937) legt mit diesem Buch eine nüchterne und lehrreiche Einführung in die Religion des Islam vor.
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~ Richard Hartmann: Die Religion des Islam. Eine Einführung, Wissenschaftliche Buchgesellschaft 1992.
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Richard Hartmann (1881-1965), der lange Zeit in Berlin lehrte, liefert dem Leser mit diesem Band eine lesenswerte, aber auch schwärmerische Einführung in den Islam.
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~ Ignaz Goldziher: Muhammedanische Studien, Reprint Olms 2004.

Ignaz Goldziher (1850-1921) gilt als einer der bedeutendsten deutschsprachigen Orientalisten. Sein Werk „Muhammedanische Studien“, das von 1889 bis 1890 erschien, faßt viel Wissenswertes über den Frühislam zusammen, entbehrt aber stellenweise auch nicht eines gewissen, uns heute fremd erscheinenden erzählerischen Tonfalls. Es stammt aus einer Zeit, in der Deutsch noch eine bedeutende Wissenschaftssprache war.
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~ Albrecht Noth und Jürgen Paul (Hrsg.): Der islamische Orient. Grundzüge seiner Geschichte, Ergon 1997.

Albrecht Noth (1937-1999), der lange Jahre in Hamburg lehrte, und Jürgen Paul von der Universität Leipzig veröffentlichten einen Sammelband mit Beiträgen zu zahlreichen Themen zur Geschichte des Islam.
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~ Albert Hourani: History of the Arab Peoples, Faber & Faber 2005.

Der libanesisch-britische Orientwissenschaftler Albert Hourani (1915-1993) erzählt in diesem Standardwerk die Geschichte der arabischen Völker.
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~ Tilman Nagel: Allahs Liebling. Ursprung und Erscheinungsformen des Mohammedglaubens, Oldenbourg 2008.

Tilman Nagel (geb. 1942), der in Göttingen lehrte, legt in diesem Band dar, wie sich der Mohammed des sunnitischen Islam vom menschlichen Propheten zum Übermenschen wandelte.
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~ Hans-Peter Raddatz: Von Gott zu Allah? Christentum und Islam in der liberalen Fortschrittsgesellschaft, Herbig 2001.

Der Orientalist und Volkswirt Hans-Peter Raddatz (geb. 1941) übt scharfe Kritik am Umgang der europäischen Eliten mit dem Islam.
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~ Hans-Peter Raddatz: Allah und die Juden. Die islamische Renaissance des Antisemitismus, Wjs 2007.

Hans-Peter Raddatz zeichnet ein alarmierendes Bild des Judenhasses sowohl im historischen Islam als auch unter heutigen Muslimen.
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~ Henryk M. Broder: Hurra, wir kapitulieren! Von der Lust am Einknicken, Wjs 2006.

Der renommierte Journalist und SPIEGEL-Autor Henryk M. Broder (geb. 1946) greift in diesem polemischen Meisterstück gnadenlos jeden an, der muslimischen Terroristen mit Verständnis begegnet.
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~ Ibn Warraq: Why I am not a Muslim, Prometheus 2003.

Der 1946 geborene indischischstämmige Literaturwissenschaftler Ibn Warraq tritt wortgewaltig für die Errungenschaften des Westens wie Redefreiheit und Säkularismus ein und wendet sich konsequent gegen einen verknöcherten Islam.
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~ Irshad Manji: The Trouble with Islam Today. A Muslim’s Call for Reform in Her Faith, St. Martin’s Griffin 2005.

Die pakistanischstämmige kanadische Journalistin Irshad Manji (geb. 1968 ) plädiert in ihrem in Briefform geschriebenen Buch für eine radikale Neuorientierung und Liberalisierung des Islam.
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I.2. Politik, Wirtschaft und Finanzen
~ Jung Chang: Wild Swans. Three Daughters of China, Simon & Schuster 2003.

Die chinesisch-britische Schriftstellerin Jung Chang (geb. 1952), die vor kurzem eine umfassende Mao-Biographie vorlegte, veröffentlichte 1992 „Wild Swans“, in dem sie anhand des Schicksals dreier Frauen die Geschichte Chinas im 20. Jahrhundert erzählt. Das Buch handelt von ihrer Großmutter, die noch das feudale China erlebt, ihrer Mutter, die am Langen Marsch Maos teilnimmt und später selbst Opfer des roten Terrors wird, und von Chang selbst, die dem kommunistischen Regime entflieht.
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~ Hans-Hermann Hoppe: Democracy. The God that failed, Transaction 2001.

Der libertäre Soziologe Hans-Hermann Hoppe (geb. 1949), der an der University of Las Vegas lehrt, unterzieht die Idee der Demokratie einer scharfen Kritik.
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~ Roland Baader: Totgedacht. Warum Intellektuelle unsere Welt zerstören, Resch 2002.

Haben Sie sich auch schon gefragt, weshalb ausgerechnet Literaturnobelpreisträger, Dichter und Schauspieler Sympathien für brutale Terroristen und Diktatoren haben? Roland Baader analysiert diesen nur scheinbaren Widerspruch und greift die linke Meinungsherrschaft mit scharfer Polemik an.
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~ Helmut Schelsky: Die Arbeit tun die andern. Klassenkampf und Priesterherrschaft der Intellektuellen, dtv 1986.
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Wer die Erkenntnisse des oben genannten Bandes von Roland Baader vertiefen möchte, tut dies am besten mit dieser hervorragenden Studie über die Misanthropie vieler Intellektueller, vorgelegt vom Soziologen Helmut Schelsky (1912-1984).
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~ George S. Clason: The Richest Man in Babylon, Penguin 2004.

Die Wege zu Glück und Wohlstand verpackt George S. Clason (1874-1957) meisterhaft in einfachen Parabeln aus der Frühzeit der menschlichen Zivilisation.
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~ Peter Lynch: One Up on Wall Street, Fireside 2000.

Ein wahrer Klassiker von der Börsenkoryphäre Peter Lynch. Unglaublich witzig geschrieben.
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~ Max Otte: Der Crash kommt. Die neue Weltwirtschaftskrise und wie Sie sich darauf vorbereiten, Econ 2006.

Max Otte (geb. 1964) lehrt Betrieswirtschaftslehre an der FH Worms und beschreibt seriös und ohne Panikmache, wie man sich in unsicheren Zeiten finanziell absichert.
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~ Benjamin Graham: The Intelligent Investor, Harper Business 2003.

Benjamin Graham (1894-1976) lehrte an der Columbia University in New York. Sein berühmtester Schüler sollte zeitweilig der reichste Mann der Welt werden – Warren Buffett. Graham entwarf als erster eine seriöse Methode der Aktienanalyse.
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~ ~ ~ II. BELLETRISTIK ~ ~ ~
II.1. Prosa
~ Stefan Zweig: Meistererzählungen, S. Fischer 2006

Der österreichische Schriftsteller Stefan Zweig (1881-1942) gehört zu den Meistern seiner Zunft. Weshalb, verraten die neun Erzählungen in diesem Band.
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~ V.S. Naipaul: A House for Mr Biswas, MacMillan 2003.

Der indischstämmige trinidadisch-britische Schriftsteller V.S. Naipaul (geb. 1932) gilt gleichermaßen als Meister tragikomischer Belletristik als auch scharf analyisierter Reiseberichte. Im Alter von 29 Jahren legte mit „A House for Mr Biswas“ einen Roman vor, der sowohl große Erzählkunst als auch eine Hommage an seinen 1953 verstorbenen Vater darstellt. Der Roman sollte erheblich dazu beitragen, daß Naipaul 2001 wohlverdient den Literaturnobelpreis erhielt.
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~ V.S. Naipaul: In a Free State, Picador 2008.

1971 veröffentlichte Naipaul diese melancholische Erzählung, in der der Protagonist die Errungenschaft eines frisch entkolonisierten afrikanischen Staates kennenlernt. Die alltägliche Absurdität und Gewalt wird lakonisch erzählt und brennt sich gerade so ein. Naipaul erhielt hierfür den ersten Booker Prize, der jemals verliehen wurde.
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~ Hermann Hesse: Siddharta, Suhrkamp 2004.

Der deutsch-schweizerische Schriftsteller Hermann Hesse (1877-1962) zählt zu den bedeutendsten Autoren der deutschen Sprache. In „Siddharta“ verarbeitet Hesse die lebenslange Suche nach Wahrheit in einer buddhistischen Parabel. Der vielleicht eindrucksvollste Dialog ist:
„Und was ist es nun, was du zu geben hast? Was ist es, das du gelernt hast, das du kannst?“
„Ich kann denken. Ich kann warten. Ich kann fasten.“
„Das ist alles?“
„Ich glaube, es ist alles!“
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~ Chinua Achebe: Things Fall Apart, Penguin 2006.

Der nigerianische Autor Chinua Achebe (geb. 1930) legte im Alter von 28 Jahren sein Meisterwerk „Things Fall Apart“ vor. Der weiße Mann kommt nach Afrika, und nichts ist mehr so, wie es einmal war. Chinua Achebe ist ein würdiger Anwärter auf den Literaturnobelpreis.
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~ Guy de Maupassant: 50 Novellen, Manesse 2002.

Guy de Maupassant (1850-1893) ist der einzige französische Meister der Kurzprosa, die er wohl als Kontrast zu seiner eintönigen Tätigkeit als Beamter schuf. Der Schweizer Manesse Verlag würdigt den Autor mit einer Sammlung seiner besten Erzählungen.
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~ Tajjib Salih: Zeit der Nordwanderung, Lenos 2001.

Der sudanesische Autor Tajjib Salih (geb. 1929) gilt als einer der bedeutendsten arabischsprachigen Autoren der Gegenwart. Sein Ruhm begründet sich hauptsächlich auf dem Roman „Mausum al-Hidschra ila sh-shamal – Zeit der Nordwanderung“. Hinter dem spröden Titel verbirgt sich eine aufwühlende Erzählung, die ein schonungsloses Sittenbild sowohl von der islamischen als auch von der europäischen Gesellschaft zeichnet.
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~ Nagib Machfus: Die Kinder unseres Viertels, Unionsverlag 2006.

Der ägyptische Schriftsteller und bisher einzige arabische Literaturnobelpreisträger Nagib Machfus (1911-2006) erzählt in „Die Kinder unseres Viertels“ in einfachen, aber eindringlichen Metaphern die Geschichte der drei Propheten Moses, Jesus und Mohammed.
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~ Nagib Machfus: Der Rausch, Unionsvelag 2005.

Neben Meisterwerken wie „Die Kinder unseres Viertels“ oder der Kairo-Trilogie stellt Machfus auch in kleineren Erzählungen seine Meisterschaft unter Beweis. Den „Rausch“ erlebt ein Kairoer Anwalt der sechziger Jahre, als er vergeblich seinem einförmigen Alltag zu entfliehen sucht.
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~ Thomas Mann: Der Zauberberg, S. Fischer 2002.

Thomas Mann (1875-1955) stellt in diesem Klassiker seine Meisterschaft unter Beweis. Nachdem man befürchtete, nach seinem Frühwerk „Die Buddenbrooks“ würde Mann ohne weiteren großen Roman verbleiben, legte der Ausnahmeschriftsteller ein Vierteljahrhundert später die Geschichte des Protagonisten Hans Castorp vor, eines Sohnes aus reichem Hamburger Haus, der seine Jugend in einem Schweizer Sanatorium verschwendet. Zwölf Jahre lang arbeitete Mann an der detailreichen Schilderung des Kuraufenthalts, den Castorp erst nach langen Jahren unterbricht, um in den Krieg zu ziehen. Zu Recht gilt Thomas Mann neben Knut Hamsun als der größte Erzähler der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.
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~ Knut Hamsun: Hunger, Claassen 2009.

Der norwegische Literaturnobelpreisträger Knut Hamsun (1859-1952) debütierte 1890 mit der Erzählung „Hunger“, die von der rastlosen Suche eines von Hunger und Armut geplagten Autoren nach Essen und Literatur erzählt. Die Novelle machte Hamsun berühmt und neben Thomas Mann zum bedeutendsten und einflußreichsten Erzähler der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Im hohen Alter enttäuschte Hamsun durch seine Sympathie für Adolf Hitlers Nationalsozialismus, den er für die einzig wahre Alternative zu Kommunismus und Kapitalismus hielt.
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~ Emile Zola: Germinal, Fischer Taschenbuch 2008.

Im Alter von 25 Jahren erklärte Emile Zola (1840-1902) seinen entsetzten Eltern, daß er sich von nun als Schriftsteller durchschlagen werde. Seinen ehrgeizigen Plan, jedes Jahr zwei Romane zu veröffentlichen, konnte der kränkliche Zola nur zur Hälfte in die Tat umsetzen – und hinterließ trotzdem ein Ehrfurch gebietendes Werk. Mit seinem wortgewaltigen und detailreichen Roman „Germinal“ setzte er sich radikal für die französischen Bergleute ein.
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~ Anton Tschechow: Meistererzählungen, Anaconda 2006.

Wenn es einen Schriftsteller gab, der den objektiven Blick des Autors auf seine Protagonisten veredelte, dann der Russe Anton Tschechow (1860-1904). Seine Meistererzählungen legen Zeugnis ab von der Kunst Tschechows, am Manuskript zu feilen, bis kein Gramm überflüssiges Fett am Textkörper verbleibt.
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~ Wolfgang Koeppen: Tauben im Gras, Suhrkamp 2008.

Wolfgang Koeppen (1906-1996) veröffentlichte kurz nach dem Zweiten Weltkrieg die „Trilogie des Scheiterns“, drei Romane, in denen er ein schonungsloses Sittenbild der zerrütteten deutschen Gesellschaft in der frühen Bundesrepublik zeichnet. Der vielleicht beste dieser Romane ist „Tauben im Gras“.
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~ Ha Jin: The Crazed, Vintage 2002.

Der chinesisch-amerikanische Literaturwissenschaftler und Schriftsteller Ha Jin (geb. 1956) gilt als einer der wortgewaltigsten chinesischen Autoren, obgleich er in den USA lebt und auf Englisch schreibt. In „The Crazed“, der 1989 spielt, erzählt Ha die tragische Geschichte eines chinesischen Literaturwissenschaftlers, der verrückt wird und sich in seinen Fieberträumen an die grausame Zeit der Kulturrevolution erinnert. Auch das Massaker auf dem Platz des Himmlischen Friedens wird thematisiert.
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~ Daniel Kehlmann: Unter der Sonne, Rowohlt 2008.

Der deutsch-österreichische Romancier Daniel Kehlmann (geb. 1975) ist nicht nur ein sehr guter, sondern auch ein sehr erfolgreicher Schriftsteller. Neben dem Ruhm seines Romans „Die Vermessung der Welt“ drohen frühere Werke zu verblassen. Vor allem der Erzählband „Unter der Sonne“, 1998 erschienen, kündet von der Meisterschaft seines Verfassers.
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~ Hans-Ulrich Treichel: Der Verlorene, Suhrkamp 2004.

Hans-Ulrich Treichel (geb. 1952), Autor und Professor für Germanistik, veröffentlichte 1998 die Erzählung „Der Verlorene“. In der Zeit des Wirtschaftswunders sucht eine aufstrebende Familie verzweifelt ihren Sohn, den sie Ende des Zweiten Weltkriegs auf der Flucht vor den Sowjets verloren haben. Die tragische Geschichte wird so lakonisch und voll tiefsinnigen Humors erzählt, daß sie den Leser gerade dadurch erschauern läßt.
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II.2. Märchen und Sagen, Kinderbücher
~ Tausendundeine Nacht, herausgegeben von Claudia Ott, dtv 2006.

Die orientalische Erzählsammlung Tausendundeine Nacht ist im Abendland seit mehreren Jahrhunderten bekannt. Wie Sanskrit-Buchstaben an einer Linie aufgehängt sind, so mündet die Hauptgeschichte um die findige Königsgeliebte Schehrazade in zahlreichen phantastischen Neben- und Schachtelerzählungen, von denen Ali Baba oder Aladin nur die bekanntesten sind.
Die ersten europäischen Übersetzungen von Antoine Galland (1646-1715) oder Joseph von Hammer-Purgstall (1774-1856) vermittelten den Eindruck von harmlosen Kindermärchen, doch die Sammlung Tausendundeine Nacht, die ihre Anfänge in Indien, wenn nicht teilweise gar in China hat und über Persien das islamische Arabien erreichte, wartet neben phantastischen Fabelwesen und Helden auch mit gehaltvollen Tragödien, Komödien, Gedichten, Burlesken und religiösen Legenden auf. In der vorliegenden Ausgabe hat sich die 1968 geborene Orientalistin Claudia Ott die Aufgabe, dieses Epos ins Deutsche zu übertragen, eindrucksvoll gelöst.
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~ Michael Ende: Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer 1-3, Thienemann 2008.

Michael Ende (1929-1995) begründete seine Karriere als Kinderbuchautor mit der Geschichte des kleinen Jim Knopf, der sich mit seinem Freund Lukas dem Lokomotivführer aufmacht, um Prinzessin Li Si aus Kummerland zu befreien. Die Geschichte ist mehr als ein Kindermärchen, sondern eine tiefsinnige Parabel über Freundschaft, Menschlichkeit und gegenseitigen Respekt.