Ganz Deutschland zittert vor der Wirtschaftskrise. Ganz Deutschland? Nein, eine kleine Firma aus Oberndorf am Neckar läuft grade jetzt zur Hochform auf. Heckler & Koch gehört laut ZEIT zu den fünf größten Herstellern von Infanterie-Waffen weltweit. 1949 von ehemaligen Mitarbeitern der Mauser-Werke gegründet, machte sich H&K schnell einen Namen als Produzent zuverlässiger Pistolen, Maschinenpistolen, Sturmgewehre und Maschinengewehre. H&K stellte das G3 her, das viele Jahrzehnte lang der Bundeswehr treue Dienste leistete, bis vor knapp zehn Jahren dem Nachfolger G36 weichen mußte. Jetzt präsentiert H&K ein Sturmgewehr, das Waffennarren in der ganzen Welt ins Schwärmen bringt:
Fürst Adam II. von Liechtenstein: “Vielleicht sollte zuerst das deutsche Wesen am liechtensteinischen genesen”
15. Februar 2009Wir erinnern uns: Vor einem Jahr fand die Liechtensteiner Steueraffäre statt. Im Februar 2008 gab die Bundesregierung bekannt, daß der BND Zugriff auf die Daten hunderter deutscher Anleger in Liechtenstein hätte. Vermutlich stammten diese Daten von Heinrich Kieber. Dieser war von 2001 bis 2002 beim liechtensteinischen Geldinstitut LGT angestellt gewesen. Dort hatte er die Daten von zahlreichen Anlegern kopiert und vergeblich versucht, die LGT damit zu erpressen. Man kann davon ausgehen, daß die Bundesregierung nicht von so vielen Skrupeln geplagt wurde und dem Ganoven die Daten für einen hübschen Batzen Geld abkaufte. Der deutsche Finanzminister und SPD-Mitglied Peer Steinbrück, als Choleriker bekannt, feuerte damals verbale Breitseiten gegen das kleine Fürstentum, wie man es von einem überzeugten Etatisten und Proleten erwarten durfte. Nicht einmal die inzwischen ziemlich weichgespülte FDP bot dem verrückten Treiben Einhalt.
Nun hat der Fürst ein interessantes und amüsantes Interview gegeben, in dem er das Verhalten der Deutschen tadelt – zu recht:
Vor genau einem Jahr haben die deutschen Behörden mit gestohlenen Daten den liechtensteinischen Finanzplatz angegriffen. Was ist seither geschehen:
Keine der 15 liechtensteinischen Banken hatte finanzielle Schwierigkeiten, aber der deutsche Finanzplatz ist abgestürzt. Viele deutsche Banken mussten mit Milliardenbeträgen gerettet werden, und ein Ende ist noch nicht abzusehen. Der deutsche Angriff auf Liechtenstein ist zu einem Bumerang geworden. Nicht der liechtensteinische Finanzplatz ist in die Knie gegangen, sondern der deutsche. (…) Ich kann mich zum Beispiel daran erinnern, dass ein deutscher Finanzminister in den 60er-Jahren mit dem Einmarsch in Liechtenstein gedroht hat – vielleicht nicht ganz ernsthaft, aber immerhin. (…) Ich habe schon vor mehreren Jahren darauf hingewiesen, dass Deutschland in seinen Beziehungen zu Liechtenstein gegen Prinzipien des Rechtsstaates und gegen internationale Verträge verstösst.
Hier gibt’s das ganze Interview.
Das Mises Institute watscht Obama ab
3. Februar 2009“Do you Austrians have a better idea?” – Yeah, they do!
In one sense, the critics are right when they ask, “Oh, so we should just sit back and do nothing and let the market fix itself?” Yes, that would be a perfectly good idea. The whole reason we are in a recession in the first place is that the capital structure of the economy had become unsustainable due to the Fed’s massive credit expansion following the dot-com bust and 9/11 attacks. Resources — most notably, labor — are currently idle, because the economy needs to readjust. Overextended lines such as housing and finance need to shrink, while others need to expand. (And no, I don’t know what those understaffed lines are; that’s why we have a price system.) Because Americans lived beyond their means for so many years, they now need to live below their means, consuming less while they rebuild their checking accounts and portfolios.
Und hier der ganze Artikel.
Lesenswert
30. Januar 2009Politik und Zeitgeist:
- Ahmedinedschad will Entschuldigung von Obama (in Form von Luft-Boden-Raketen?)
- neue EF ist da!
- Disenchanted with Castro’s Revolution (Which one ever worked out?)
- Richard Herzinger: Offener Antisemitismus in Europa
- FR mal wieder unter aller Kanone
- Polizei entfernt in Davos Tibet-Flagge aus Geschäft (inzwischen ist das Flaggen-aus-dem-Haus-anderer-Leute-Entfernen europäische Tradition)
- FDP klettert auf Rekordhoch von 16 Prozent
- hierzu auch ein Kommentar von Gérard Bökenkamp (ef)
- konvertierte Lehrerin hält am Kopftuch fest
- US-Militärrichter widersetzt sich Obama
- Was früher alles auf den Index kam
Wissenschaft:
- Ei der Daus, Maria doch keine Jungfrau?
- Neues zum Schicksal Pompejis
- Canossa: Jetzt meldet sich Fried persönlich zu Wort (hier frühere Infos aus der FAZ)
- Guter Rat: Think negative!
Wirtschaft:
- Alarmstufe Rot für Automobilzulieferer
- 50 million global jobs cuts expected in 2009
- Obama: Wall Street bonuses are “shameful” (wo er recht hat, hat er recht)
Literatur:
- Daniel Kehlmann zum Tode John Updikes
Artikelliste (6)
22. Januar 2009Wolfram Weimer über “Mutti” Merkel:
Zum großen Gewinner dieser Lage dürfte nicht der frohlockende Arbeiterführer Jürgen Rüttgers, sondern die FDP werden. Sie steigt in den Umfragen von Woche zu Woche so sehr, das das einstmals unseriös anmutende Projekt 18 in greifbare Nähe rückt. Die Liberalen sammeln immer mehr frustrierte Mittelständler, die bislang treue Unionisten waren. Guido Westerwelle, dem jahrelang der Makel des Guidomobilisten und Leichtmatrosen anhing, wirkt plötzlich wie ein ordnungspolitischer Kapitän in stürmischer See. Nicht nur die Wähler in Hessen sehen in den Liberalen zusehends als Heimstatt des bürgerlichen Markenkerns.
Mehr Lesestoff:
Artikelliste (4)
16. Januar 2009- FAZ: Letzter Text des am 15.1. ermordeten Lasanthe Wickrematunge (Journalist aus Sri Lanka)
- Operation Walküre in EF: André Lichtschlag interviewt JF-Herausgeber Dieter Stein zum Stauffenberg-Film mit Tom Cruise
- Guantánamo inmate tortured by al-Qaeda and entombed by the US
- Lizas Welt: Geschichtsbewußte Gefahrenabwehr
- China not to blame for crisis
- Pro Reli hat Erfolg: Religion wird Wahlfach für alle
- China to celebrate day Tibet feudal rule ended (I bet they do)
- Eigentümlich Frei: Liberale Referenzposition zur Schulbildung
- Verläßt der Suhrkamp-Verlag Frankfurt? (Hoffentlich nicht)
- In Istanbul 13 Autos in Brand gesteckt. (Türkisch)
- Thailand: Illegale Einwanderer wurden gefesselt auf dem Meer ausgesetzt. (Wie oft mag dies schon vorgekommen sein?)
Artikelliste (3)
14. Januar 2009NY Times on Afghan schoolgirls
FAZ über Jörg-Uwe Hahn
Broder über Norman Pech Paech
Chicago Tribune: What global warming?
Indians flee Dubai as dreams crash
PRC revises 2007 growth from 11.9% to 13%
Namibia: Namibian Cell One sold to Egypt’s Orascom Telecom Holdings
Wolfgang Röhl (Achse des Guten): Die Gangsta-Flüsterer von der Veddel. Eine Multikulti-Komödie
Artikelliste (2)
13. Januar 2009Michael Klonovsky (Achse des Guten): Holocaustleugner und Pyramidioten
CDU-Politik.de: Schäuble sprach sich 1990 für die Vernichtung der Stasi-Akten aus: “Mit Vergangenheit nicht zu sehr die Zukunft belasten”
Allgemeine Zeitung (Namibia): Bücher 2008, die viel oder wenig Beachtung gefunden haben I
Allgemeine Zeitung (Namibia): Bücher, die viel oder wenig Beachtung gefunden haben II
NZZ: Zögern vor dem Straßenkampf in Gaza
NY Times: Obama’s Plan to Close Guantanamo may take year
Rechtsextremisten I: FAZ: DVU ohne Geldgeber
Rechtsextremisten II: taz: Linkspublizist gründet Volksfront
Rechtsextremisten III: NPD-Blog: NPD und PRO NRW? Abfuhr für Molau
The Times: Prince Harry’s “Paki” video
Berliner Zeitung: Die Deutsche Welle und ihr arabisches Programm
Gay West: Kommen mit Gott
L.A. Times: Martyrdom beckons Lebanese teen, but she really wants to direct
FAZ: Kanzlerin Merkel: „Konzept gegen ‘sozialistische Experimente’ und ‘Exzesse’ der Märkte“
Radikal Gazetesi: Ergenekon zanlısına Sivas’ta coşkulu karşılama
Weltwoche: Der «Risiko-Jugendliche»
Literatur: Völlig übersehen habe ich, daß Hans-Ulrich Treichel 2008 einen neuen Roman mit dem Titel “Anatolin” vorgelegt hat. Vor allem seine Erzählung “Der Verlorene” (erschienen 1998 ) sowie die wundervolle Erzählsammlung “Heimatkunde” (1996) sind zu empfehlen. Was “Anatolin” anbelangt, so ist die Ausbeute an Rezensionen in überregionalen Tageszeitungen überaus spärlich. Einzig die FAZ veröffentlichte eine ausgiebige Besprechung. Und laut dieser ist Treichels neuer Roman kein Meilenstein der Weltliteratur.
Treichels Rechnung geht nicht auf, der Leser wird durch die poetologischen Spielereien weder irritiert noch verstört und schon gar nicht fasziniert. Das könnte nicht zuletzt damit zu tun haben, dass die Zitrone inzwischen einfach ausgepresst ist.
Hier gibt’s die vollständige Rezension vom 16. September 2008.
Verfasst von al-shahin