Fürst Adam II. von Liechtenstein: „Vielleicht sollte zuerst das deutsche Wesen am liechtensteinischen genesen“

15. Februar 2009

Wir erinnern uns: Vor einem Jahr fand die Liechtensteiner Steueraffäre statt. Im Februar 2008 gab die Bundesregierung bekannt, daß der BND Zugriff auf die Daten hunderter deutscher Anleger in Liechtenstein hätte. Vermutlich stammten diese Daten von Heinrich Kieber. Dieser war von 2001 bis 2002 beim liechtensteinischen Geldinstitut LGT angestellt gewesen. Dort hatte er die Daten von zahlreichen Anlegern kopiert und vergeblich versucht, die LGT damit zu erpressen. Man kann davon ausgehen, daß die Bundesregierung nicht von so vielen Skrupeln geplagt wurde und dem Ganoven die Daten für einen hübschen Batzen Geld abkaufte. Der deutsche Finanzminister und SPD-Mitglied Peer Steinbrück, als Choleriker bekannt, feuerte damals verbale Breitseiten gegen das kleine Fürstentum, wie man es von einem überzeugten Etatisten und Proleten erwarten durfte. Nicht einmal die inzwischen ziemlich weichgespülte FDP bot dem verrückten Treiben Einhalt.

Nun hat der Fürst ein interessantes und amüsantes Interview gegeben, in dem er das Verhalten der Deutschen tadelt – zu recht:

Vor genau einem Jahr haben die deutschen Behörden mit gestohlenen Daten den liechtensteinischen Finanzplatz angegriffen. Was ist seither geschehen:
Keine der 15 liechtensteinischen Banken hatte finanzielle Schwierigkeiten, aber der deutsche Finanzplatz ist abgestürzt. Viele deutsche Banken mussten mit Milliardenbeträgen gerettet werden, und ein Ende ist noch nicht abzusehen. Der deutsche Angriff auf Liechtenstein ist zu einem Bumerang geworden. Nicht der liechtensteinische Finanzplatz ist in die Knie gegangen, sondern der deutsche. (…) Ich kann mich zum Beispiel daran erinnern, dass ein deutscher Finanzminister in den 60er-Jahren mit dem Einmarsch in Liechtenstein gedroht hat – vielleicht nicht ganz ernsthaft, aber immerhin. (…) Ich habe schon vor mehreren Jahren darauf hingewiesen, dass Deutschland in seinen Beziehungen zu Liechtenstein gegen Prinzipien des Rechtsstaates und gegen internationale Verträge verstösst.

Hier gibt’s das ganze Interview.


Mümkün değil! Oder doch? (3)

3. Februar 2009

Im Gegensatz zum Islam wird die Soziologie von ihren Anhängern in der Tat oft mißbraucht. Nicht so von Necla Kelek, die in ihren Artikeln und Büchern die Fata Morgana des von xenophoben Deutschen unterdrückten Türken entzaubert. Auch zur aktuellen Studie des Berlin-Instituts meldet sie sich zu Wort:

Keiner der türkischstämmigen Politiker stellt sich hin und sagt: Ja, es gibt spezifische Probleme, die nicht relativiert werden dürfen. Warum reden sie nicht über arrangierte Ehen, Ferienbräute, Ehrenmorde, Gewalt in Familien, Diskriminierung der Frau? Warum redet ein Sozialpädagoge wie Cem Özdemir in der „Tageszeitung“ am liebsten nur von der türkischen Mittelschicht, warum klangen manche seiner Äußerungen in der Vergangenheit so, als sei er Pressesprecher in Ankara? Warum fordert der Türken-Lobbyist und SPD-Genosse Kenan Kolat gebetsmühlenartig mehr Geld für Türken, warum möchte Lale Akgün am liebsten die Islamkonferenz und den Integrationsgipfel abschaffen, und warum hält die Berliner SPD-Abgeordnete Ülker Radziwill es für unangemessen, dass türkische Eltern ihren Kindern bei den Schularbeiten helfen, nach dem Motto: „Das können migrantische Eltern nicht leisten“? Die Antwort ist einfach und bitter. Diese türkischstämmigen Politiker arbeiten seit Jahrzehnten daran, sich und ihre Klientel als Opfer zu stilisieren und selbst als Opferanwälte aufzutreten.

Hier gibt’s den ganzen Artikel.


Mümkün değil! Oder doch? (2)

2. Februar 2009

Auch das muß mal gesagt werden. Nachdem vor kurzem eine Studie des Berlin-Instituts zu dem Ergebnis kam, daß vor allem in Deutschland lebende Türken als besonders „integrationsresistent“ seien, widersprechen nun die Handwerker: „Der Meister der Zukunft ist ein Türke“.


Nils Minkmar über Heuchler und Ex-Waffen-SS-Soldat Günter Grass

2. Februar 2009

Die FAZ über unseren ehrenwerten Literaturnobelpreisträger Grass:

Zum Golfkrieg, als Saddam Kuweit überfallen hatte und mit einer internationalen Koalition unter Führung der Vereinigten Staaten daraus vertrieben wurde, schreibt er: „Der Brutalität des irakischen Systems entspricht der kaum mehr verdeckte macht- und wirtschaftliche Interessensanspruch des Westens, verfeinert zwar, doch gleichfalls unmenschlich.“ Ob die Profitgier von Ölfirmen ebenso unmenschlich ist wie ein Regime, das routinemäßig foltern und vergewaltigen lässt, sollte man lieber die beurteilen lassen, die in solchen Verhältnissen leben müssen. Doch andere Leute nach ihrer Meinung zu fragen, ist nicht so seine Sache, obwohl einer der häufigsten Vorwürfe, die Grass in diesem Buch anderen macht, der ist, nicht zuhören zu können: ihm nicht zuhören zu können.

Hier die ganze Abreibung für Heuchler Grass.


Lesenswert

30. Januar 2009

Politik und Zeitgeist:
- Ahmedinedschad will Entschuldigung von Obama (in Form von Luft-Boden-Raketen?)
- neue EF ist da!
- Disenchanted with Castro’s Revolution (Which one ever worked out?)
- Richard Herzinger: Offener Antisemitismus in Europa
- FR mal wieder unter aller Kanone
- Polizei entfernt in Davos Tibet-Flagge aus Geschäft (inzwischen ist das Flaggen-aus-dem-Haus-anderer-Leute-Entfernen europäische Tradition)
- FDP klettert auf Rekordhoch von 16 Prozent
- hierzu auch ein Kommentar von Gérard Bökenkamp (ef)
- konvertierte Lehrerin hält am Kopftuch fest
- US-Militärrichter widersetzt sich Obama
- Was früher alles auf den Index kam

Wissenschaft:
- Ei der Daus, Maria doch keine Jungfrau?
- Neues zum Schicksal Pompejis
- Canossa: Jetzt meldet sich Fried persönlich zu Wort (hier frühere Infos aus der FAZ)
- Guter Rat: Think negative!

Wirtschaft:
- Alarmstufe Rot für Automobilzulieferer
- 50 million global jobs cuts expected in 2009
- Obama: Wall Street bonuses are „shameful“ (wo er recht hat, hat er recht)

Literatur:
- Daniel Kehlmann zum Tode John Updikes


Henryk M. Broder: „Macht euren Holocaust doch alleine!“

28. Januar 2009

Henryk M. Broder im offenen Brief an Stephan Kramer, Generalsekretär des Zentralrats der Juden:

„Ich habe nie verstanden, warum die Vertreter des Zentralrates landauf, landab an jeder Gedenkfeier teilnehmen, sei es die Einweihung des überflüssigsten Mega-Mahnmals aller Zeiten in Berlin, sei es eine Gedenkstunde im Bundestag oder irgendeine Feier in der Provinz zur Erinnerung an das gute Verhältnis zwischen christlichen und jüdischen Viehhändlern. Wäre der Zentralrat nicht eine Interessenvertretung der Juden, sondern eine Firma, bei der man Juden für alle möglichen Anlässe buchen kann („Rent A Jew“), wäre so ein Verhalten normal. Anormal aber ist, wenn sich Juden als Therapeuten anbieten, um den Nichtjuden bei der Bewältigung ihrer Holocaust-Traumata zu helfen.“

Hier gibt’s den ganzen Artikel.


Lichtschlag zum Papst und Richard Williamson

27. Januar 2009

Wer es noch nicht weiß, André Lichtschlag ist Gründer und Herausgeber der Monatszeitschrift Eigentümlich Frei, die es sich auf die Fahnen geschrieben hat, auf politisch inkorrekte Weise die linke und grüne Meinungsherrschaft kritisch zu hinterfragen (um mal einen Terminus unserer maoistischen 68er-Weltverbesserer zu benutzen). Dabei treten Lichtschlag und die Autoren von Eigentümlich Frei für eine im wörtlichen Sinne radikale Meinungsfreiheit ein, in der sich nichts und niemand auf einen Opferstatus berufen darf, um der Kritik seiner Mitmenschen zu entgehen.

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Mümkün değil! Oder doch?

24. Januar 2009

Der SPIEGEL veröffentlicht das Ergebnis einer Studie des Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung. Demnach haben 30 Prozent aller in Deutschland lebenden Türken sowie der türkischstämmigen Deutschen keinen Schulabschluß, das Abitur legen nur 14 Prozent ab und damit gerade mal halb so viele wie Menschen aus anderen Zuwanderergruppen. Gelungene Integration sieht anders aus. Daß die Hausfrauenquote hingegen bei Türken und Türkischstämmigen viel höher liegt als bei der anderer Gruppen, ist wiederum nicht überraschend.

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Artikelliste (6)

22. Januar 2009

Wolfram Weimer über „Mutti“ Merkel:

Zum großen Gewinner dieser Lage dürfte nicht der frohlockende Arbeiterführer Jürgen Rüttgers, sondern die FDP werden. Sie steigt in den Umfragen von Woche zu Woche so sehr, das das einstmals unseriös anmutende Projekt 18 in greifbare Nähe rückt. Die Liberalen sammeln immer mehr frustrierte Mittelständler, die bislang treue Unionisten waren. Guido Westerwelle, dem jahrelang der Makel des Guidomobilisten und Leichtmatrosen anhing, wirkt plötzlich wie ein ordnungspolitischer Kapitän in stürmischer See. Nicht nur die Wähler in Hessen sehen in den Liberalen zusehends als Heimstatt des bürgerlichen Markenkerns.

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Mehr Lesestoff:

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Der etwas andere Obama-Kommentar

21. Januar 2009

Barack Obama dürfte momentan der populärste Mensch auf der Welt sein. Kein Politiker und nicht einmal die niemals kritisch hinterfragten Popstars und Spitzensportler können ihm das Wasser reichen. Hätte man seinem Nachbarn vor zwei Jahren die Obamania erklärt, hätte es sich folgendermaßen angehört: Man nehme John F. Kennedy, lasse ihn zum Mond fliegen und das ganze in Form von weltweiten Konzerten mit U2, Bob Geldof und Jay-Z musikalisch begleiten – und man hätte in etwa die weltweite Euphorie dieser Tage erreicht.

Kritische Stimmen sind selten. Der Großteil der Menschen und Medien schwelgt im Jubelrausch, während andererseits einige Erzkonservative und Rassisten offensichtlich ein Problem damit haben, Amerika zu lieben, wenn es von einem, pardon, „Mulatten“, geführt wird.

Da überrascht ausgerechnet die Allgemeine Zeitung aus Windhuk mit einem kurzen, treffenden Kommentar (der sich vor allem mit der Obamania in Namibia auseinandersetzt):

Denn genau das macht ihn besonders: Obama will kein Exklusiv-Präsident für die Schwarzen, sondern für alle Amerikaner sein. Mancher in Namibia wird das nicht gerne hören wollen. Aber erst, wenn Namibia einen (jungen) weißen Präsidenten bekommen und ihm das ganze Volk zujubeln würde, dann hätten wir Obamas Idee verstanden und durchgesetzt.

Hier den ganzen Artikel lesen.