Der seltsame Fund von Göbekli Tepe

4. März 2009

Interessanter Artikel über eine archäologische Sensation. Im Jahre 1994 fand ein anatolischer Schäfer eine archäologische Stätte, die 12.000 (!) Jahre alt ist. Das heißt, sie wurde errichtet, bevor die Menschen überhaupt begannen, Ackerbau zu betreiben. Vielleicht sorgte die Kultstätte von Göbeli Tepe dafür, daß sich größere Menschenmengen niederließen und die normale Menge an jagdbarem Wild und Fisch nicht für die Ernährung aller ausreichte und deshalb die Menschen in dieser Region anfingen, bestimmte Pflanzen und Tiere längerfristig zu züchten. Es gilt bisher ja als erwiesen, daß der Ackerbau aus dem Nahen Osten kommt. Die Stätte von Göbekli Tepe wäre also ein wichtiges Puzzlestück in dieser Theorie.

Der Artikel geht noch weiter: Selbst rationale Archäologen glauben darin den historischen Kern vom Garten Eden zu erkennen. Die Stätte von Göbekli Tepe wurde aus religiösen Gründen errichtet, um der Jagd, dem Fischfang und der, äh, Freizeit zu huldigen. Als die Menschen begannen, Ackerbau zu betreiben, zerstörten sie die Natur und so verwandelte sich das blühende Anatolien in eine karge Landschaft. Naja, der letzte Teil erinnert eher an die Propaganda von Greenpeace als an Wissenschaft (aber sie ist auch der Zusatz des Journalisten). Wichtig wäre anzumerken, daß mit der Seßhaftigkeit auch die Arbeitsteilung damit eine Weiterentwicklung einherging. Das verschweigt der gute Schreiberling.

Trotzdem gibt’s hier den ganzen Artikel.


Mümkün değil! Oder doch? (3)

3. Februar 2009

Im Gegensatz zum Islam wird die Soziologie von ihren Anhängern in der Tat oft mißbraucht. Nicht so von Necla Kelek, die in ihren Artikeln und Büchern die Fata Morgana des von xenophoben Deutschen unterdrückten Türken entzaubert. Auch zur aktuellen Studie des Berlin-Instituts meldet sie sich zu Wort:

Keiner der türkischstämmigen Politiker stellt sich hin und sagt: Ja, es gibt spezifische Probleme, die nicht relativiert werden dürfen. Warum reden sie nicht über arrangierte Ehen, Ferienbräute, Ehrenmorde, Gewalt in Familien, Diskriminierung der Frau? Warum redet ein Sozialpädagoge wie Cem Özdemir in der „Tageszeitung“ am liebsten nur von der türkischen Mittelschicht, warum klangen manche seiner Äußerungen in der Vergangenheit so, als sei er Pressesprecher in Ankara? Warum fordert der Türken-Lobbyist und SPD-Genosse Kenan Kolat gebetsmühlenartig mehr Geld für Türken, warum möchte Lale Akgün am liebsten die Islamkonferenz und den Integrationsgipfel abschaffen, und warum hält die Berliner SPD-Abgeordnete Ülker Radziwill es für unangemessen, dass türkische Eltern ihren Kindern bei den Schularbeiten helfen, nach dem Motto: „Das können migrantische Eltern nicht leisten“? Die Antwort ist einfach und bitter. Diese türkischstämmigen Politiker arbeiten seit Jahrzehnten daran, sich und ihre Klientel als Opfer zu stilisieren und selbst als Opferanwälte aufzutreten.

Hier gibt’s den ganzen Artikel.


Mümkün değil! Oder doch?

24. Januar 2009

Der SPIEGEL veröffentlicht das Ergebnis einer Studie des Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung. Demnach haben 30 Prozent aller in Deutschland lebenden Türken sowie der türkischstämmigen Deutschen keinen Schulabschluß, das Abitur legen nur 14 Prozent ab und damit gerade mal halb so viele wie Menschen aus anderen Zuwanderergruppen. Gelungene Integration sieht anders aus. Daß die Hausfrauenquote hingegen bei Türken und Türkischstämmigen viel höher liegt als bei der anderer Gruppen, ist wiederum nicht überraschend.

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Artikelliste (5)

17. Januar 2009

- Anschlag auf deutsche Botschaft in Kabul
- Weltwoche-Interview mit dem Bevölkerungswissenschaftler Herwig Birg auf Fakten & Fiktionen
- Kewil: “Vor 30 Jahren wurde der Schah vertrieben! War Ayatollah Ruhollah Khomeini besser?”
- Richard Wagner (AchGut) über die Spaßgesellschaft
- WADIblog: Deutscher Frieden
- Syriens Präsident Assad strebt Kooperation mit Obama an
- Orden an Putin – in Dresden (!)
- taz stellt fünf kleine Alternativen in der Hessenwahl vor
- Radikal über die türkische Verschwörergruppe Ergenekon (auf Türkisch)


Türkische Popmusik: Burcu Güneş – “Uzak Değilim”

16. Januar 2009

Zum Wochenende gibt’s was Erfrischendes aus der Welt der Musik. Burcu Güneş, geboren 1975, ist eine der erfolgreichsten Popsängerinnen der Türkei. Im Gegensatz zu vielen ihrer Konkurrentinnen ist sie aktiv am Songwriting und Produzieren beteiligt. Ihre Platten gehören zum Innovativsten, was die türkische Popmusik zu bieten hat, zu empfehlen seien an dieser Stelle ihre Alben “Ay Şahit” von 2004 und “Ben Ateş Ben Su” von 2006.

Hier nun einer ihrer größten Hits aus dem Jahr 2001: “Uzak Değilim – Ich bin nicht fern”. Viel Spaß!


Artikelliste (4)

16. Januar 2009

- FAZ: Letzter Text des am 15.1. ermordeten Lasanthe Wickrematunge (Journalist aus Sri Lanka)
- Operation Walküre in EF: André Lichtschlag interviewt JF-Herausgeber Dieter Stein zum Stauffenberg-Film mit Tom Cruise
- Guantánamo inmate tortured by al-Qaeda and entombed by the US
- Lizas Welt: Geschichtsbewußte Gefahrenabwehr
- China not to blame for crisis
- Pro Reli hat Erfolg: Religion wird Wahlfach für alle
- China to celebrate day Tibet feudal rule ended (I bet they do)
- Eigentümlich Frei: Liberale Referenzposition zur Schulbildung
- Verläßt der Suhrkamp-Verlag Frankfurt? (Hoffentlich nicht)
- In Istanbul 13 Autos in Brand gesteckt. (Türkisch)
- Thailand: Illegale Einwanderer wurden gefesselt auf dem Meer ausgesetzt. (Wie oft mag dies schon vorgekommen sein?)


Artikelliste (2)

13. Januar 2009

Michael Klonovsky (Achse des Guten): Holocaustleugner und Pyramidioten

CDU-Politik.de: Schäuble sprach sich 1990 für die Vernichtung der Stasi-Akten aus: “Mit Vergangenheit nicht zu sehr die Zukunft belasten”

Allgemeine Zeitung (Namibia): Bücher 2008, die viel oder wenig Beachtung gefunden haben I

Allgemeine Zeitung (Namibia): Bücher, die viel oder wenig Beachtung gefunden haben II

NZZ: Zögern vor dem Straßenkampf in Gaza

NY Times: Obama’s Plan to Close Guantanamo may take year

Rechtsextremisten I: FAZ: DVU ohne Geldgeber

Rechtsextremisten II: taz: Linkspublizist gründet Volksfront

Rechtsextremisten III: NPD-Blog: NPD und PRO NRW? Abfuhr für Molau

The Times: Prince Harry’s “Paki” video

Berliner Zeitung: Die Deutsche Welle und ihr arabisches Programm

Gay West: Kommen mit Gott

L.A. Times: Martyrdom beckons Lebanese teen, but she really wants to direct

FAZ: Kanzlerin Merkel: „Konzept gegen ‘sozialistische Experimente’ und ‘Exzesse’ der Märkte“

Radikal Gazetesi: Ergenekon zanlısına Sivas’ta coşkulu karşılama

Weltwoche: Der «Risiko-Jugendliche»

Literatur: Völlig übersehen habe ich, daß Hans-Ulrich Treichel 2008 einen neuen Roman mit dem Titel “Anatolin” vorgelegt hat. Vor allem seine Erzählung “Der Verlorene” (erschienen 1998 ) sowie die wundervolle Erzählsammlung “Heimatkunde” (1996) sind zu empfehlen. Was “Anatolin” anbelangt, so ist die Ausbeute an Rezensionen in überregionalen Tageszeitungen überaus spärlich. Einzig die FAZ veröffentlichte eine ausgiebige Besprechung. Und laut dieser ist Treichels neuer Roman kein Meilenstein der Weltliteratur.

Treichels Rechnung geht nicht auf, der Leser wird durch die poetologischen Spielereien weder irritiert noch verstört und schon gar nicht fasziniert. Das könnte nicht zuletzt damit zu tun haben, dass die Zitrone inzwischen einfach ausgepresst ist.

Hier gibt’s die vollständige Rezension vom 16. September 2008.


Geplanter Putsch in der Türkei aufgedeckt?

10. Januar 2009

Wie al-Hayat am 10.1.2009 berichtet, stießen türkische Sicherheitskräfte in Ankara auf ein geheimes Waffenlager.
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