Fürst Adam II. von Liechtenstein: „Vielleicht sollte zuerst das deutsche Wesen am liechtensteinischen genesen“

Wir erinnern uns: Vor einem Jahr fand die Liechtensteiner Steueraffäre statt. Im Februar 2008 gab die Bundesregierung bekannt, daß der BND Zugriff auf die Daten hunderter deutscher Anleger in Liechtenstein hätte. Vermutlich stammten diese Daten von Heinrich Kieber. Dieser war von 2001 bis 2002 beim liechtensteinischen Geldinstitut LGT angestellt gewesen. Dort hatte er die Daten von zahlreichen Anlegern kopiert und vergeblich versucht, die LGT damit zu erpressen. Man kann davon ausgehen, daß die Bundesregierung nicht von so vielen Skrupeln geplagt wurde und dem Ganoven die Daten für einen hübschen Batzen Geld abkaufte. Der deutsche Finanzminister und SPD-Mitglied Peer Steinbrück, als Choleriker bekannt, feuerte damals verbale Breitseiten gegen das kleine Fürstentum, wie man es von einem überzeugten Etatisten und Proleten erwarten durfte. Nicht einmal die inzwischen ziemlich weichgespülte FDP bot dem verrückten Treiben Einhalt.

Nun hat der Fürst ein interessantes und amüsantes Interview gegeben, in dem er das Verhalten der Deutschen tadelt – zu recht:

Vor genau einem Jahr haben die deutschen Behörden mit gestohlenen Daten den liechtensteinischen Finanzplatz angegriffen. Was ist seither geschehen:
Keine der 15 liechtensteinischen Banken hatte finanzielle Schwierigkeiten, aber der deutsche Finanzplatz ist abgestürzt. Viele deutsche Banken mussten mit Milliardenbeträgen gerettet werden, und ein Ende ist noch nicht abzusehen. Der deutsche Angriff auf Liechtenstein ist zu einem Bumerang geworden. Nicht der liechtensteinische Finanzplatz ist in die Knie gegangen, sondern der deutsche. (…) Ich kann mich zum Beispiel daran erinnern, dass ein deutscher Finanzminister in den 60er-Jahren mit dem Einmarsch in Liechtenstein gedroht hat – vielleicht nicht ganz ernsthaft, aber immerhin. (…) Ich habe schon vor mehreren Jahren darauf hingewiesen, dass Deutschland in seinen Beziehungen zu Liechtenstein gegen Prinzipien des Rechtsstaates und gegen internationale Verträge verstösst.

Hier gibt’s das ganze Interview.

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