Die Karikaturen der letzten knapp zehn Tage seit dem Waffenstillstand zwischen Israel und der Hamas am 19. Januar 2009 behandelten vor allem zwei Themen: Erstens wurde der Amtsantritt Barack Obamas thematisiert, und zwar zunächst etwas skeptisch, insgesamt aber doch positiv.
Am 22.1. veröffentlicht al-Ahram unter dem Titel “Obama bei seiner Antrittsrede als amerikanischer Präsident”:

Obama sinniert: “Die Krise, die wir erleben, hat ihre Ursache in der Willkür und Gier und Verantwortungslosigkeit einiger weniger.” – Die Palästinenserin wirft ein: “Hör gut zu, mein Sohn im Flüchtlingslager… hör zu und nimm den Rat an.”
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Andere sehen Obama in der Lösung des Nahostkonflikts einer hohen Zahl von strategischen und taktischen Überlegungen ausgesetzt, wie der Karikaturist von Asharq al-Ausat vom 25.1.:

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Auch nicht schlecht: Der weiße ringt mit dem schwarzen Obama (al-Ahram vom 26.1.):

Ein Buch über amerikanische Politik unter den Arm, fragt der weiße Obama: “Ein bißchen schwer?” Und der schwarze antwortet: “Aber immer verdammt süß.”
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Am 28.1. meint al-Hayat das hier:

Der Koffer der Taube trägt die Aufschrift “Obamas Abgesandter in den Nahen Osten”. Doch an der Grenze zum Nahen Osten wartet schon der Raubvogel.
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Das andere große Thema war der Gaza-Krieg, und einige Karikaturisten nutzten die noch frische Erinnerung an den Krieg, um ihre teils antisemitischen Zeichnungen unters Volk zu bringen.
(Hinweis: Hiermit distanziere ich mich ausdrücklich vom Inhalt der hier gezeigten Karikaturen. Ihre Präsentation dient lediglich der Dokumentation.)
Noch recht harmlos ist diese Zeichnung in al-Ahram vom 20.1.:

Der arabische Zuschauer, der im Fernsehen die Bombardierung Gazas durch israelische Kampfflugzeuge sieht, ist hin- und hergerissen zwischen der Berichterstattung der beiden größten arabischen Sender, Al-Arabijja aus Ägypten (links) und Al-Dschasira aus Doha, Katar (rechts).
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Boshafter ist da schon die Zeichnung, die uns al-Ahram am 24.1. präsentiert:

Israel und damit letztlich alle Juden außer Roseanne Barr werden als Schlange dargestellt. Auf der Bombe, die das hungrige Ungetüm zerfetzen wird, steht “Widerstand in Gaza”.
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Einen Tag später, am 25.1., veröffentlicht al-Ahram diese Zeichnung:

Die Überschrift lautet “Das europäische Konzept von blühender und zivilisierter Demokratie.” Die (laut al-Ahram) mordenden Israelis werden von den Europäern als Opfer (“Ermordete”) gesehen, während die angeblichen “Mörder” Frauen und erschossene Kinder sind. (Schon klar, Hamas-Kämpfer, die sich hinter Kinder verstecken, hätte die Dialektik dieser Karikatur zunichte gemacht.)
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Auch al-Quds al-Arabi schießt mit scharfer Munition (Karikatur vom 23.1.):

Die Umma, zerrissen und uneins, hilft dem Palästinenser nicht, ja, hat noch ihren Anteil daran, daß der Palästinenser von einem brennenden – na, was wohl? Davidstern – gefoltert wird.
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Wie ungerecht die Realität in den arabischen Zeitungen dargestellt wird, zeigt diese Zeichnung in al-Hayat deutlich (am 21.1.):

Beide Seiten halten ein Schild mit “Waffenstillstand” in die Höhe. Während die Israelis schwere Geschütze aufgefahren haben, entpuppen sich die Palästinenser als kleine, hilflose Kinder. (Von den mörderischen Hamas-Fanatikern fehlt selbstredend jede Spur.)
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Und für alle, die es immer noch nicht begriffen haben, wer laut arabischen Medien die Bösen auf Mutter Erde sein sollen, für den hat al-Ahram am 25.1. und am 28.1. zwei eindrucksvolle Karikaturen parat:


“Ohne Worte” – Ja, die fehlen mir auch!
Hinweis: Alle Copyrights bei den entsprechenden Zeitungen bzw. Karikaturisten.
[...] gab es mehrere Beiträge zu arabischen Karikaturen, und zwar hier, hier, hier, hier und hier. Ab nun ist dieser Idee ein eigenes, englischsprachiges Blog gewidmet, das den Namen Al-Shahin [...]